Arm und reich zugleich

Die ältesten Walliser seien der Föhn und der Neid, wird im Oberwallis immer wieder vorgebracht. Vergessen wird dabei jedoch die Urkraft des Wassers, denn kaum ein anderes Element hat den Alpenkanton seit Anbeginn derart mitgeprägt. Auch bei Lauber IWISA ist das kühle und warme Nass täglich ein Thema.

Ein rund 5’000 Kilometer langes und vielfältiges Netz an Gewässern auf engstem Raum, ein Wasserspeicher mit 676 Gletscher auf einer Gesamtfläche von insgesamt 767 Quadratkilometern (14 Prozent der Kantonsfläche) sowie 10 Milliarden kWh pro Jahr für den Energiebedarf (30 Prozent der Schweizer Energieproduktion aus der Wasserkraft): Wasser spielt nicht nur wirtschaftlich, kulturell und politisch eine beachtliche Rolle im Rhonetal. Angeregte Diskussionen um den Heimfall der Wasserkraft und jüngst auch die Abstimmung über die Finanzierung der Rhonekorrektion sind Symbol seines Stellenwerts im täglichen Leben.

Sauberes Wasser

Wasser ist auch bei Lauber IWISA von zentraler Bedeutung: «Das Thema ist wichtig für uns, als Lebenselixier schlechthin. Ohne Wasser geht heutzutage nichts mehr.» Alexander Zenhäusern, Projektleiter Sanitär bei Lauber IWISA, ist deshalb überzeugt, dass dem Wasser aktuell viel zu wenig Wert gegeben wird. In naher Zukunft werde es immer wichtiger, eine bestmögliche Wasserqualität zu ermöglichen, auch im Wasserschloss Schweiz mit seinen grossen Reserven. «Es wird ein Bestreben von uns sein, auch in Zukunft Wasser einwandfrei bis zum Endverbraucher zu liefern. Das ist uns ein grosses Anliegen!»

Abgesehen von Installationen im Schwimmbad- oder Wellnessbereich, wo Lauber IWISA neben Brigerbad in den letzten Jahren bei verschiedenen grösseren und kleineren Projekten im Oberwallis mitgewirkt hat - etwa bei der Alpentherme in Leukerbad – übernimmt auch die energietechnische Nutzung des Wassers eine immer wichtigere Stellung bei Projekten der Unternehmung. Verschiedene laufende Anergie-Projekte, so zum Beispiel in Visp West oder beim Aletsch Campus in Naters, zeigen eine deutliche Tendenz auf: «Anergie-Projekte werden derzeit gemeinsam mit alternativen Energien immer häufiger vorangetrieben. Da sehen wir viel Potential in den nächsten Jahren.»

Im Überfluss und trotzdem wenig

Eingeengt zwischen zwei parallelen Bergketten, die eine regelrechte Sperre gegenüber Tiefdruckgebieten im Atlantikraum bilden, zählt das Wallis zu den niederschlagärmsten Regionen der Schweiz. Der Tourismusort Grächen wird gar als die regenärmste Station der Nation bezeichnet. Die klimatische Besonderheit der Landschaft lässt sich auch deutlich aus der Landschaft ablesen – sie hat einen mediterranen Anstrich. Es ist deshalb auch nicht weiter verwunderlich, dass in früheren Zeiten oftmals Bittgänge an die Heiligen für mehr Regen veranstaltet wurden. So etwa in Zeneggen, wo die Bewohner in ihrer Not im Jahr 1893 ganze 14 Prozessionen durchführten.

Wie in anderen Alpentälern auch, griff die Bevölkerung auch auf künstliche Bewässerungssysteme zurück, um den Wassermangel zu beheben. Schliesslich konnte hierfür ein reiches Vorkommen an Gletscherwasser genutzt werden, das sich günstiger auf die Vegetation auswirkte als etwa kaltes Fliesswasser aus nahegelegenen Bächen. Über lange Leitungen, den sogenannten Suonen, wurde von den hohen Gletschern in mühseliger Arbeit Wässerwasser herangeführt. Die meist nur über einen minimalen Höhenverlust geführten Wasserwege sind heute ein wichtiges kulturelles Relikt mit grossem touristischen Potential.

Eine humorvolle Sage erklärt uns, warum die Walliser im Gegensatz zu anderen Schweizern ihre Wiesen nach wie vor wässern müssen (Josef Guntern (1978), Volkserzählungen aus dem Oberwallis):

«Bevor der liebe Gott auf seiner Weltreise die Schweiz verliess, fragte er zum Abschied die Eidgenossen, ob sie noch besondere Bitten an ihn hätten. Natürlich hatten sie das! Die Gletscher seien in den letzten Jahren so stark zurückgegangen, dass jetzt zu wenig Wasser fliesse, um die Fluren grün zu erhalten. Ob er da kein Heilmittel kenne. Der Herrgott wusste sofort Bescheid und meinte: «Das ist doch einfach, da muss gewässert werden! Jetzt, wollt ihr es tun? Dann ist’s recht, wenn nicht, werde ich es selber besorgen müssen!» Diese Rede gefiel allen wohl und sie dankten: «Herr, du hast uns bis jetzt gut behütet, und dir verdanken wir alles, was wir haben. Mach es nur weiter so!» Die Walliser aber blieben allein stumm und sannen und grübelten. In ihrem Argwohn trauten sie dem Vorschlag des Herrn nicht ohne weiteres. Wahrscheinlich kannte Petrus die Walliser schon: Denn er lief schnell hintendurch zu ihnen, gab ihnen einen Schupf und flüsterte: «Lasst doch den Herrn nur machen, er meint es gut mit euch und wird es schon verstehen, er ist ja sozusagen selbst ein Walliser.» Jetzt stutzten diese aber erst recht: «Was, ein Walliser ist er? Aber wie will er denn das Wässern besser verstehen als wir? Nein, nein, wenn dem so ist, wässern wir selbst!» Und so wässert heute in der übrigen Schweiz der liebe Gott, im Wallis aber wässern die Walliser selbst, und ihre Matten verdorren.» 

Fotos: Valais/Wallis Promotion

Interessante Illustration der Suonen

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