Medienmitteilung Neubau Lauber IWISA 29. November 2013

Tradition und Innovation prägte die Entwicklung der Lauber IWISA AG während den letzten 80 Jahren. Der neue Hauptsitz in Naters drückt die Haltung dieses Unternehmens aus: Ein innovatives Gebäude bezüglich Gebäudestruktur, Raumkonzept und Energieversorgung wurde mit traditionellem Handwerk erstellt und stellt den Mitarbeiter in den Mittelpunkt. 

Der Weg bzw. der Prozess ist das Ziel
Die Lauber IWISA AG will ihre Weiterentwicklung sichern, indem neue Büroflächen für das Ingenieurbüro, die Montage und die Administration erstellt werden. Der neue Hauptsitz soll gar kein Büro sein, sondern viel mehr eine Werkstatt, ein Atelier in welchem die Mitarbeitenden noch besser arbeiten können, als sie dies bis heute bereits tun. In diesem Sinne soll nicht ein Prestigebau – die Bauherrschaft hat konsequent auf teure Materialien und Einrichtungen verzichtet –, sondern ein Werkzeug entstehen. Das Montagepersonal erhält bei der Lauber IWISA AG beste Werkzeuge und Fahrzeuge, damit sie hervorragende Arbeit draussen beim Kunden verrichten können. Die technischen und administrativen Mitarbeitenden sollen nun auch hervorragendes Werkzeug in Form von neuen Büroflächen erhalten.

Abbildung: Aussenansicht

Abbildung: Aussenansicht

Das Gebäude als Werkzeug
Die Inretis Immobilien AG hat das alte Gertschen Depot mit der Absicht erworben,  den Hauptsitz der Lauber IWISA AG zu errichten. Die Idee war ursprünglich, dass die Bauherrschaft das Depot umnutzen wollte. Das Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP) der Hochschule Luzern – Technik & Architektur entwickelte die «Indoor-Units», ein Raum-in-Raum-Objekt, im Rahmen eines KTI-Projektes (siehe www.indoor-units.ch). Die Units ermöglichen eine temporäre oder permanente Bewirtschaftung grosser Hallen für die Bedürfnisse der Kreativwirtschaft und anderer Branchen. Die Forschungsarbeiten erfolgten in Zusammenarbeit mit Lauber IWISA AG und Nüssli International Ltd.

Während der Konzeptphase wurde eine schlechte Qualität der Betonstruktur festgestellt, welche eine Umnutzung nicht erlaubte. Die Gemeinde ermöglichte im Sinne eines Bestandsschutzes, das Depot durch einen Neubau mit exakt gleichen Abmessungen zu ersetzen. In einem Architekturwettbewerb mit 11 Teilnehmenden hat Architekt Raymond Theler mit der Idee, die Indoor-Units in eine Glashalle zu integrieren, gewonnen. In Zusammenarbeit mit dem Architektur Atelier Balzani, Brig und der Generalunternehmung Hallenbarter AG hat Theler Raymond dieses Konzept umgesetzt.

Das Gebäude als System
Die Technik orientiert sich an der Nutzung und der Gebäudestruktur. In den Indoor-Units, in welchen eher konzentriert gearbeitet wird, kann das Raumklima individuell zwischen 21° bis 26°C eingestellt werden. In der Halle, in welcher die Teamarbeit stattfindet, wird das Raumklima zentral geregelt. Die Anforderung an das Raumklima in der Halle wird nicht in engen Grenzwerten gehalten, sondern darf je nach Witterung zwischen 18° bis 28°C schwanken. Dieses Konzept mit unterschiedlichen Raumklimas unterstützt die jeweilige Tätigkeit am entsprechenden Arbeitsort. Im Weiteren maximiert die Gebäudestruktur die passive Energienutzung, indem im Winter die Solarenergie in der Glashalle
bestmöglichst genutzt wird. Im Sommer öffnet sich die Halle, um überschüssige Wärme abzuführen und das Hallendach beschattet die Indoor-Units vollständig.

Können die passiven Massnahmen das gewünschte Raumklima nicht einhalten, wird das Riotherm System von der Erich Keller AG zusätzlich heizen, kühlen und/oder lüften. Diese Geräte arbeiten mit Systemtemperaturen zwischen 19° und 26°C, welche nahe an der Raumtemperatur sind. Die KWT/Viessmann Wärmepumpe, welche die Wärme aus dem Grundwasser (12°C) bezieht, wurde speziell auf diesen kleinen Temperaturhub ausgelegt, damit eine Jahresarbeitszahl >6 erreicht werden kann.

Abbildung: Wärmeerzeugung und technische Zentrale

Abbildung: Wärmeerzeugung und technische Zentrale

Die Halle wird weitestgehend natürlich be- und entlüftet. Ist eine Wärmerückgewinnung der Hallenlüftung sinnvoll, wird die Lüftungsanlage den Luftaustausch und die Luftqualität in der Halle sicherstellen. Die Indoor-Units können natürlich mittels öffnungsbaren Fenster zur Halle belüftet werden. Das Riotherm kann, wenn gewünscht, die Units auch mechanisch belüften.
Das Kunstlicht ist vollumfänglich tageslichtabhängig geregelt und nutzt somit die Vorzüge der Glashalle. Alle Beleuchtungskörper sind mit LED Technologie ausgerüstet und minimieren den Strombedarf. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach wird in der Jahresbilanz soviel Strom produzieren, wie das Gebäude voraussichtlich verbraucht.

Abbildung: Energieversorgungskonzept

Abbildung: Energieversorgungskonzept

Die Informations- und Kommunikationstechnologie basiert auf einer Glasfaserinfrastruktur. Die Glasfaserverkabelung erfolgt bis zum Arbeitsplatz und übernimmt den Datentransport und die Telefonie (Voice over IP).

Der sichere und effiziente Betrieb des Gebäudes erfolgt über das Leitsystem der Aeschimann Automation AG.  Das Gebäude als System zu planen und zu bauen war eine Herausforderung. Das Gebäude nun auch als System zu betrieben ist jedoch entscheidend. Die Lauber IWISA AG nimmt sich ein Jahr Zeit, die Anlagen zu optimieren. Dabei soll eine sorgfältige Abstimmung zwischen den passiven Massnahmen und der Technik erreicht werden.

Der Mensch im Mittelpunkt des Gebäudes
Um die neuen Büroräumlichkeiten bzw. das Atelier bestmöglichst an die Bedürfnisse der Teams und Mitarbeitenden anzupassen, entschied sich die Lauber IWISA AG für einen partizipativen Planungsprozess, bei dem gemeinsam mit den Angestellten eine Reihe von Workshops vom Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP) der Hochschule Luzern – Technik & Architektur durchgeführt und moderiert worden sind. Ziel dieser Workshops ist es gewesen, den Charakter sowie die Ausstattung der gemeinsam genutzten Bürozonen im neuen Firmengebäude zu ermitteln, damit sie die Zusammenarbeit in den Teams sowie im ganzen Unternehmen bestmöglich unterstützen.

Abbildung: Indoor-Units und Halle

Abbildung: Indoor-Units und Halle

Zu Beginn dieses Prozesses stand die Frage nach den wichtigsten und häufigsten Tätigkeiten, welche bei der Zusammenarbeit im Team oder bei der Erfüllung der Arbeitsziele im Unternehmen anfallen. Diese wurden gemeinsam in einem ersten Workshop erörtert und in den Grundrissplänen verortet. Dabei wurden sowohl die Vorzüge einzelner Räumlichkeiten im Hinblick auf die entsprechenden Tätigkeiten berücksichtigt, als auch Problemzonen und Konflikte identifiziert, welche gegebenen Falles hinderlich bei der Ausführung einzelner Aufgaben sein könnten. Im Anschluss an diesen ersten Arbeitsschritt hat sich zunehmend der Bedarf nach zwei Arten von räumlichen Bereichen herauskristallisiert: Zonen, die auf die Arbeit in den einzelnen Teams abgestimmt sind und Zonen, welche für die Zusammenarbeit im ganzen Unternehmen gedacht sind.

Vor dieser Überlegung wurden zwei Szenarien entwickelt, welche auf unterschiedliche Art und Weise den Bedarf nach unterschiedlichen Raumsituationen beantworten. Eines, welches verstärkt die Arbeit in den Teams unterstützt und eines welches über die Teamstrukturen hinaus versucht, einzelne Raumzonen über das gesamte Gebäude zu verteilen. Die beiden Vorschläge wurden abermals in der Arbeitsgruppe diskutiert und überprüft. Ergebnis dieser Diskussion ist eine Lösung, bei welcher beides gleichsam unterstützt wird: die Zusammenarbeit der Teams, welche sich räumlich auf die einzelnen Geschosse bezieht und spezielle Arbeitsbereiche, welche allen Mitarbeitenden und Projektteams zur Verfügung stehen.

Diese Bereiche, wie etwa informelle Meetingzonen, Ruhebereiche oder der grosszügige Office Garden im 1. OG befinden sich bewusst nur einmal im gesamten Gebäude und regen so dazu an, die Arbeit und Zusammenarbeit auf verschiedene Orte zu verteilen. So sollen Austausch und die Kommunikation optimal unter allen Mitarbeitenden gefördert werden. Der gekonnte Mix zwischen Räumen, welche jeweils an die Einzelarbeit, Teamarbeit und Kommunikation im ganzen Unternehmen angepasst sind, ist eine spannende Kombination, welche im Kontext des Grossraumbüros oder des Kombibüros nur partiell realisierbar sind.

Abbildung: Grundriss 3.OG mit Funktionen

Abbildung: Grundriss 3.OG mit Funktionen

Leistung, Kreativität und Innovation entsteht nicht am einzelnen Arbeitsplatz, sondern entsteht durch Beziehungen. Der neue Hauptsitz der Lauber IWISA AG soll die Bildung und Pflege von firmeninternen, wie auch von externen Beziehungen fördern  und damit ihre Qualität und Effizienz im Bauprozess verbessern.

Kennwerte:

Arbeitsplätze max. 80 Personen
Indoor-Units 5 x 5 m, max. 34 Stk., ausgebaut: 30 Stk
Cafeteria, Aufenthalt 300 m2
Sitzungszimmer 200 m2
Raumvolumen (beheizt) 7'920 m3
Heizleistung 77 kW (9.7 W/m3)
Kühlleistung 105 kW (13 W/m3)
Photovoltaikanlage 34 kWp

Kontakt:
Matthias Sulzer
Lauber IWISA AG
matthias.sulzer@lauber-iwisa.ch
078 625 99 79

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